Biber

Der Europäische Biber (Castor fiber) ist wieder im Burgenlandkreis unterwegs!

Der Biber ist wieder im Burgenlandkreis heimisch! Nach mehreren Einzelbeobachtungen zwischen 2006 und 2011, wurden 2012 im Bereich der Saale erstmals wieder Biberjunge gesichtet. Nach etwa 200 Jahren ungewollter Abwesenheit ist er wieder da. Zwischenzeitlich ist er auch an mindestens 8 bis 10 Stellen an der Unstrut sehr aktiv. Besonders die im Rahmen der ICE-Neubaustrecke umgesetzten Kompensationspflanzungen haben es ihm angetan. Neben mehren mittlerweile durchgehend besetzten Revieren an der Saale, hat er sich auch im Bereich der Wethau, der Rippach, des Schmoner Bachs und im Bereich Zeitz festgesetzt. Ehemals durch starke Bejagung und Zerstörung seines Lebensraumes aus den meisten Flusslandschaften verschwunden, konnte sich der Biber durch entsprechende Schutzmaßnahmen auch in großen Teilen des übrigen Europas wieder ausbreiten.

Verbreitung (Wikipedia)

Das Gebiet der Mittleren Elbe war um 1920 eines der letzten Rückzugsgebiete des Elbebibers (Castor fiber albicus) als einzige autochthone Unterart des Bibers in Mitteleuropa und das Letzte in Deutschland. Besondere Anerkennung verdienen daher der leider viel zu früh verstorbene Biberschützer Dr. Dietrich Heidecke (gest. 24.10.2011)    und seine vielen Mitstreiter, die hier nicht alle im Einzelnen benannt werden können. Ihnen ist durch ihr Engagement, bereits von den 1970er Jahren an, die Erhaltung des Elbebibers in Sachsen-Anhalt (2010 ca. 2.300 Exemplare) und dessen rasante Wiederverbreitung zu verdanken. Biber aus dem Gebiet der Mittleren Elbe wurden auch für Wiedereinbürgerungen in den Niederlanden, in Dänemark, in Hessen, im Saarland, in Belgien, in der Eifel und in Nordrheinwestfalen eingesetzt. 

Biber bei der Nahrungsaufnahme (Foto: Oliver Richter)
Vom Biber "bearbeitete" Weiden ...
... in der Unstrutaue (02/2014)
Fraßspuren an Gemeiner Esche und ...
Silberweide
Biber mit Jungtier (Foto: Oliver Richter)

Schutzstatus

  • FFH Richtlinie EG 2006/105 Anhang: II (Ausweisung besonderer Schutzgebiete (mit Biber als Erhaltungsziel))
  • FFH Richtlinie EG 2006/105 Anhang: IV (streng zu schützende Art)
  • Besonders streng geschützt nach § 7 Abs. 2 Nr. 13 Buchstabe b, aa und § 7 Abs. 2 Nr. 14 Buchstabe b Bundesnaturschutzgesetz
Silberweiden
"Biberdepot" in der Unstrut
Abdeckung über einem Erdbau
Biber mit Jungtieren (Foto: Oliver Richter)
"Biberrutsche"
Auch alte dicke Hybridpappeln verschmäht er nicht!
Biberrevier an der Unstrut und folgend die ERgebnisse seiner "Arbeit" ...
Frassspuren an Silberweide
gefällte Silberweide
Er leistet ganze Arbeit an der Kompensationspflanzung!
... eingebrochene Biberbau in der Unstrutaue.

Natürlich kommt es auch zu Konflikten, z.B. im Nahbereich menschlicher Siedlungen. Dann machen sich Maßnahmen zur „Deeskalation“ notwendig, wie z.B. das Setzen einer Drainage, um den Wasserspiegel zu senken. Das gefällt dem Biber nicht, so dass er natürlich versucht das „Leck“ im Damm so schnell wie möglich wieder zu verschließen.  Die Unterhaltung solcher „Eingriffe“ ins Biberrevier sind sehr aufwendig und kostspielig. Leider werden Unterhaltungsverbände, der LHW und die Kommunen vom Land Sachsen-Anhalt allein gelassen.

Leider machen sich dann, insbesondere bei Gefahrenlagen, drastischere Maßnahmen, wie die Absenkung oder Beseitigung des Dammes notwendig. Die Umsiedlungen von Bibern gestaltet sich aufgrund des hohen Aufwandes beim Fang der ganzen Familie schwierig. Darüber hinaus fehlt es an entsprechenden „Ersatzlebensräumen“.  

Lange wird es nicht mehr dauern bis der Biber auch im Land Sachsen-Anhalt, wie in anderen Bundesländern (z. B. Baden-Württemberg und Bayern) bereits traurige Realität, zum Abschuss freigegeben werden.

Warum sollte es auch beim Biber anders als bei Raben- und Nebelkrähe, Elster, Kormoran und Wolf sein.

Biberdamm in der Rippach bei Wählitz - Auch Maßnahmen zur Absenkung des Wasserstandes, wie hier im Bild zu sehen, haben die Ansiedlung nicht gerettet. Im Spätherbst 2022 wurde die vollständige Beseitigung des Biberdammes durch den Burgenlandkreis genehmigt. Das Schicksal der betroffenen Biberfamilie war offen.
Biberrevier in der Unstrutaue
Fraßschäden an vor etwa 20 Jahren angepflanzten Weiden.
Biberverbiss an alten Hybridpappeln - dem Biber sind keine der an der Unstrut stehenden Bäume zu stark!
Biberverbiss an alter Silberweide
Kompensationspflanzungen an der Unstrut (Schwarzpappel)
Kompensationspflanzungen an der Unstrut (Gemeine Esche)
Biberbau an der Unstrut
Abdeckung über einer Biberburg
... und hier Übedeckung an einer weiteren Biberburg.

„Alles was gegen die Natur ist, hat auf Dauer keinen Bestand“
Charles Darwin

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